Schnitzmesser

Schnitzmesser

Schnitzmesser zum schnitzen

Wer mit Holz oder anderen schnitzbaren Materialien arbeiten und sich künstlerisch und bildhauerisch betätigen möchte, benötigt passende Werkzeuge. Neben Stechbeitel, Schnitzeisen, Sägen und Feilen gehört ein Satz Schnitzmesser zur Grundausstattung. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formen von unterschiedlichen Herstellern aus der ganzen Welt. Ein Käufer muss also recht genau wissen, was die Schnitzmesser, die er kaufen will, leisten sollen, um die richtige Auswahl treffen zu können.
1. Was versteht man unter dem Begriff „Schnitzmesser“?
Auch wenn in Beschreibungen manchmal die Stecheisen ebenfalls „Messer“ genannt werden, so sind eigentlich nur die auch in der Form als „Messer“ erkennbaren Schnitzmesser gemeint. Sie unterscheiden sich von anderen Schnitzwerkzeugen neben der Form auch durch die Handhaltung. Das Messerheft ruht in der Arbeitshand, welche die Klinge mit einer schälenden Bewegung führt. Stecheisen oder –beitel werden zwar ebenfalls am Griff mit der Hand umschlossen, doch wird hier die geschärfte Spitze vom Körper weg gestoßen oder geführt. Die Schnitzmesser bestehen grundsätzlich aus einem Heft aus Holz, Kunststoff oder Metall und einer Klinge, die meist aus hochkohlenstoffhaltigem Werkzeugstahl, auch Carbonstahl genannt, gefertigt wird, den man besonders scharf schleifen kann. Der Übergang vom Schaft zur Schneide wird meist durch eine Metallmanschette stabilisiert und markiert. Die scharfe Klinge wird in den meisten Fällen durch einen Köcher geschützt.
2. Was leisten Schnitzmesser?
Schnitzmesser benötigt man im wesentlichen bei allen schälenden Arbeiten, bei denen eine dünne Materialschicht vorsichtig abgetragen oder eine dünnere Schicht durchtrennt werden soll. Kenner sind sich einig, dass es beim Schnitzmesser besonders auf das Schärfen ankommt, um die Arbeitsfunktionalität zu optimieren. Dies kann manuell oder per Maschine erledigt werden. Der Schleif- und Schärfvorgang erfordert jedoch Erfahrung.
3. Typen von Schnitzmessern
Ein bekannter deutscher Hersteller von Schnitzmessern, die Firma Kirschen bietet ca. zehn verschiedene Typen von Schnitzmessern an. Sie unterscheiden sich durch die Form und sind für bestimmte Aufgaben spezialisiert.
a) Zunächst gibt es ein Messer mit einer geraden Schneide, das sich besonders gut für den Linolschnitt eignet. Auch die Ergonomie des Heftes ist diesem Zweck angepasst.
b) Ein Schnitzmesser mit einer doppelseitig gebogenen Schneide benötigt man für Schnitte an dreidimensionalen Rundungen, wie sie bei Reliefs und im figürlichen Bereich vorkommen.
c) Kerbschnitzer fühlen sich wohl mit einer geraden Klinge und schrägen Schneide, wenn die Schnitzarbeit stoßende Schnitte erfordert.
d) Gleich drei verschiedene Bewegungsformen werden von einem dreischneidigen Schnitzmesser mit gerader Klinge abgedeckt, mit dem man ziehen, schieben und stoßen kann.
e) Benötigt man ein Schnitzmesser für geometrische Kerbschnitzmuster von geringer Tiefe, so ist man mit einer kurzen, schrägen Schneide gut bedient.
f) Für die flachen Abschnitte beim Kerbschnitzen eignet sich ein Schnitzmesser mit langer, breiter Klinge und schräger Schneide.
g) Ein lange, schräge Schneide ist geeignet, um gerade Schnitte mit größerer Tiefe hervorzubringen.
h) Ein universell einzusetzendes Schnitzmesser hätte eine gerade Schneide und einen runden Rücken.
i) Für sehr feine Arbeiten, z.B. zum Legen von Intarsien, benötigt man ein Schnitzmesser mit schmaler Klinge und schräger Schneide.
j) Und last not least gibt es noch das Schnitzmesser für ziehende Schnitte mit seitwärts abgewinkelter und gebogener Schneide.
4. Alle diese Schnitzmesser-Typen werden von der Firma Kirschen, aber auch von vielen anderen Firmen angeboten. Bekannte Hersteller in Deutschland sind neben Kirschen auch die Firma Herbertz aus Solingen, der Hersteller von Kinderschnitzmessern Haba; in der Schweiz gibt es hervorragende Schnitzmesser-Hersteller mit den Firmen Pfeil und Stubai. Weitere bewährte Firmen für Schnitzmesser sind der schwedische Hersteller Frost, der sogar gebogene Schnitzmesser anbietet, und in den letzten Jahren entdecken die Schnitzer immer stärker den japanischen Markt, z.B. die Profi-Schnitzmesser des Meisterschmieds Hiroshi Koyama, die man ohne Heft kauft, um sich dann ein individuelles selbst anzufertigen. Oder man entscheidet sich für ein Schnitzmesser in Fischform aus Damaszenerstahl von Ikeuti, das neben seiner Funktionalität selbst als interessant gefertigtes Kunstwerk gelten kann.